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Artikel des Monats Dezember 2012

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Donor-spezifische HLA-Antikörper nach Nierentransplantation in Abhängigkeit von der Immunsuppression – Vergleich von Cyclosporin A und Everolimus

Lutz Liefeldt1, Susanne Brakemeier1, Petra Glander1, Johannes Waiser1, Nils Lachmann2, Constanze Schönemann², Bianca Zukunft1, Patrick Illigens1,Danilo Schmidt1, Kaiyin Wu1,3, Birgit Rudolph3, Hans-H. Neumayer1, Klemens Budde1

Charité - Universitätsmedizin Berlin,

1Nephrologie, Charité Campus Mitte

2HLA-Labor

3Pathologie

ABSTRAKT

Donor-spezifische HLA-Antikörper (DSA) haben einen negativen Einfluss auf das Nierentransplantatüberleben. Deshalb haben wir das Auftreten von DSA und von Antikörper-vermittelten Abstoßungen (AMR) bei Immunsuppressiva-Studienpatienten untersucht. Drei bis 4,5 Monate nach Nierentransplantation wurden 127 Patienten randomisiert weiter mit Cyclosporin A behandelt oder auf Everolimus umgestellt. DSA wurden mittels Luminex-basierter Tests detektiert. AMR wurden entsprechend der Banff-Klassifikation 2009 definiert.

Die Ergebnisse des DSA-Screenings waren für 126 Patienten verfügbar (medianes Follow-up: 1059 Tage). Sieben von 65 (10,8%) Cyclosporin A-Patienten entwickelten DSA im Median nach 991 Tagen. In Vergleich dazu zeigten 14 von 61 Patienten (23,0%) unter Everolimus DSA nach im Median 551 Tagen (Log-rank: p=0,048). Acht Everolimus-Patienten verglichen mit 2 Patienten mit Cyclosporin A entwickelten AMR (Log-rank: p=0,036). Vier der 10 Patienten mit AMR – alle in der Everolimus-Gruppe – verloren ihr Transplantat. In einer multivariaten Regressionsanalyse wurden Everolimus-Therapie, >3 HLA-Mismatche und Lebendnierenspende als signifikante Risikofaktoren für die Entwicklung von DSA identifiziert. Akute Rejektionen innerhalb der ersten 12 Monate, >3 HLA-Mismatche, Everolimus und Lebendnierenspende waren unabhängige Risikofaktoren für AMR.

Die vorgelegte Studie belegt erstmals, dass eine Everolimus-basierte Immunsuppression nach Nierentransplantation mit einem höheren Risiko für das Auftreten von Donor-spezifischen HLA-Antikörpern und Antikörper-vermittelten Rejektionen verbunden ist.

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