Artikel des Monats November 2011

„Long-Term Persistence of Hormonal Adaptations to Weight Loss” [1]

 

 

Hintergrund:

Weltweit sind 1,5 Milliarden Menschen übergewichtig, davon 400 Millionen adipös. Fast immer folgt einer kalorienreduzierten Phase mit Gewichstabnahme ein Versagen dieses Gewicht zu halten und eine erneute Gewichtszunahme.

Das Körpergewicht wird zentral über zahlreiche hormonelle Regelkreise reguliert, wobei Hormone auch aus dem Gastrointestinaltrakt sezerniert werden und im Hypothalamus Nahrungsaufnahme und Energieverbrauch regulieren. Dabei sind Leptin, Ghrelin, Peptid YY, gastric inhibitory polypeptide (GIP), glucagon-like peptide 1 (GLP-1), pankreatisches Polypetid, und Cholecystokinin die bisher Bekanntesten. Durch Kalorienreduktion und Diät lassen sich diese Hormone beeinflußen. Jedoch ist bisher nicht bekannt, wie sich diese Hormone nach einer längeren Zeit nach Gewichtsabnahme verhalten.

 

Studie:

Die vorliegende Studie untersuchte 50 übergewichtige oder adipöse Patienten ohne Diabetes mellitus, die an einer 10-wöchigen Diät teilnahmen. Zum Ausgangspunkt, nach 10 Wochen Diät und nach 62 Wochen wurden die Patienten untersucht, gaben den individuellen Appetit an und verschiedene Hormone wie Leptin, Ghrelin, Peptid YY, GIP, GLP-1, Amylin, pankreatisches Polypetid, Cholecystokinin und Insulin wurden gemessen.

Der mittlere Gewichtsverlust betrug 13,5kg und führte zu einer Verminderung der Blutkonzentrationen von Leptin, Peptid YY, Cholecystokinin, Insulin und Amylin, und zu einer Erhöhung des Appetits und der Blutkonzentrationen von Ghrelin, GIP und pankreatischem Polypetid.

Auch nach einem Jahr bestanden diese Unterschiede in den Hormonkonzentrationen und in der Appetitsteigerung weiterhin.

 

Bewertung:

Diese Studie zeigt, daß auch ein Jahr nach einem Gewichtsverlust weiterhin die Hormone, die den Appetit regulieren, erhöht sind und nicht auf das Ausgangsniveau vor Gewichtsverlust zurückgehen. Wahrscheinlich müssen diese Gegenregulationen angegangen werden, um bei einer gewichtsreduzierenden Therapie eine erneute Gewichtszunahme zu verhindern.

 

 

 

[1] Sumithran et al. N Engl J Med 365:17, Oct 27, 2011